Brautstrauß Guide N°2

Kaum ein Hochzeitselement ist so bedeutend wie der Brautstrauß. Immerhin handelt es sich um ein Accessoire, das uns am schönsten Tag des Lebens begleitet. Wann sonst halten wir nochmal einen Strauß so lange am Stück in der Hand? Wann sonst gilt es, Blumen und Dekoration so harmonisch aufeinander abzustimmen? Daher gibt es heute endlich den Brautstrauß Guide N° 2. Den ersten Teil meiner Reihe über Brautbouquets findet Ihr hier. Dort gibt es einen Überblick über die Trends in der Hochzeitsfloristik, die richtige Farbwahl und vieles mehr, was bei der Suche nach dem perfekten Strauß hilfreich ist.

Im Brautstrauß Guide N° 2 möchte ich Dinge aufgreifen, an die bei der Wahl des Bouquets meist gar nicht gedacht wird, z.B. wann der Strauß ausgewählt werden sollte, wie man ihn gerecht in Szene setzt und mit welchen Möglichkeiten der Strauß personalisiert werden kann. Und eine ganz besondere Frage, die Ihr Euch wahrscheinlich erst urplötzlich stellt, wird ebenfalls beantwortet. Die Frage, WIE er überhaupt „richtig“ in der Hand gehalten wird.

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Der richtige Zeitpunkt… oder die Frage: Was suche ich zuerst, Kleid oder Strauß?

Auch wenn es im Volksmund heißt, dass es nie den richtigen Zeitpunkt für wichtige Entscheidungen gibt, bei der Wahl des Bouquets gibt es ihn, und zwar nach dem Kauf des Hochzeitskleides. Dieser Zeitpunkt begründet sich schlicht und ergreifend daraus, dass der Großteil der Bräute eine feste Wunschvorstellung des Hochzeitskleides hat, von der dann auch tatsächlich nur selten abgewichen wird. Bestimmte Schnitte und Silhouetten verlangen ebenso bestimmte Straußformen bzw. Größen und Details. Ein unpassender Strauß kann die Wirkung eines Kleides gänzlich vernichten, und das sollte bei unserem schönsten und meist auch sehr teuren Kleid ja bitte nicht der Fall sein. Der Brautstrauß hat die Aufgabe, das Kleid harmonisch abzurunden, d.h., der Strauß sollte sich stets dem Kleid anpassen, nicht anders herum. Ist das Kleid endgültig ausgesucht, beginnt die Detailarbeit, zu der ebenfalls der Strauß gehört. Dieser sollte auf den Stil, das Material, die Silhoutte und die Details abgestimmt werden.

Um dem Kleid gerecht zu werden, finde ich daher auch den alten Brauch, dass der Bräutigam alleine den Strauß auswählt, überholt. Die Braut sollte sich das Bouquet immer selbst aussuchen und im Idealfall eine Stoffprobe mitnehmen. Der Zukünftige sollte der Tradition entsprechend, den Brautstrauß am Tag der Trauung aber selbst abholen und seiner Frau überreichen. Mehr dazu lest Ihr ebenfalls hier im Brautstrauß Guide N°1.

Auch wenn die meisten von uns ein sogenanntes „Traumkleid“ haben, gibt es auch Bräute, die einen Traumstrauß haben, mit dem sie unbedingt heiraten wollen. Sei es ein außergewöhnliches Bouquet aus Broschen oder Papierblumen oder ein  voluminöser Strauß mit Hortensien und Pfingstrosen. In diesem Fall gilt es das Kleid auf das Bouquet anzupassen. Hier gilt die Grundregel: Je auffälliger und vor allem extravaganter der Strauß, desto zurückhaltender das Kleid.

Der richtige zeitliche Ablauf ergibt sich somit immer daraus, welches Element Euch wichtiger ist. Brautkleid oder Brautstrauß. In Zeiten der tollen Haarblüten Accessoires und Fascinator, sollten auch diese unbedingt bedacht werden. Faustregel: Das persönlich Bedeutendste zuerst und den Rest darauf abstimmen.

 

Einfach oder bunt? Oder einfach nur bunt? Die Frage: Welche Blumen kommen in meinen Brautstrauß?

Auf diese Frage gibt es nur eine richtige Antwort: Die Blumen, die Euch gefallen! Und das spiegelt sich auch in den aktuellen Brautstrauß Trends wider. Von wild zusammengewürfelten Sträußen bis hin zu schlichten Bouquets findet sich alles. Einen gewissen roten Faden finde ich dann aber doch immer ganz sinnvoll, um den Strauß nicht „untergehen“ zu lassen. Daher ist die alte „Regel“, dass sich die Grundfarben der Hochzeit auch im Strauß finden immer noch empfehlenswert. Weiterhin gilt: Der Strauß ist das Highlight der gesamten Hochzeitsfloristik, er steht im Mittelpunkt. Die übrige Floristik (Kirche, Auto, Tische)  unterstützt den Strauß in seiner Wirkung. Daher darf der Brautstrauß auch gerne Farben enthalten, die sich in der Hochzeitsdeko nicht finden. Solange der passende Rahmen stimmt, ist alles erlaubt.

Die aktuellen Blumentrends gehen ganz klar in Richtung voluminös. Kombiniert werden darf von Obst über Getreideähren, bis hin zu Candy und Stoffblüten alles, was gefällt. Zum Beispiel korallefarbene Pfingstrosen mit ein paar Erdbeeren wie hier. Einfach wow!

Ob farbenfrohe Sträuße oder einfarbige Bouquets, wichtig ist die Qualität der Blumen. Diese sollte immer erstklassig sein. Im Idealfall orientiert man sich bei der Blumenwahl an der Jahreszeit, um saisonale Arten zu verwenden. Die Blumen haben dann die beste Blütephase und Qualität, sowie kurze Lieferwege. Das freut nicht nur die Umwelt, sondern schont die Blumen in ihrer gesamten natürlichen Verfassung.

Besonders angesagt ist dieses Jahr der gelbe Trommelstock (siehe Foto), Pfingstrosen in allen erdenklichen Farben, Ranunkeln, Hortensien, die silberne Brunia, Tulpen in allen Farben sowie Wildblumen für alle green weddings. Seit dem royalen Brautstrauß der wunderschönen Kate sind auch Maiglöckchen und Hyazinthen (toll, toll, toll!) wieder stark im Kommen. Geheimtipp für alle Sträuße, die in die grüne Farbrichtung gehen: Petersilien Ranunkeln, z.B. toll für solche Gebinde. Das Wichtigste ist aber nach wie vor: Dass Ihr Euren Strauß einfach liebt ?

BrautstraussguideEin wirkungsvolles aber schlichtes Brautbouquet von Holly Heider Chappel Flowers mit dem extra something blue… Perfekt zu einer Frühlingshochzeit in Pink, Gelb und Ivory, die durch Akzente in Violett stylisch und modern wirkt.

 

Das ist wirklich MEINER! Die Frage: Wie bekommt der Strauß die persönliche Note?

Ich liebe Brautsträuße, die Geschichten erzählen. Sträuße, die einfach „mehr“ sind als Sträuße. Der Brautstrauß ist perfekt, um sich mit individuellen Stücken und Wünschen auszutoben. Und vor allem, es gibt keinen würdevolleren Platz für Herzensstücke als den Strauß, mit dem wir „JA“ sagen. Wunderschöne Broschen, das Alte, das Geliehene, alles das kann am oder im Strauß wunderbar untergebracht werden. Ketten oder Medaillons schmücken ein Bouquet in persönlichster Form. Tolle Ideen, um den Strauß zu personalisieren:

? Alte Schmuckstücke am Stiel befestigen

? Das Band mit handgeschriebenen Zeilen oder Zitaten bedrucken und den Stiel damit umwickeln

? Alte Spitze oder Stoffstücke mit Erinnerungswert um den Stiel wickeln

Brautstrauss WrapFoto: Kristen Weaver

 

Wow, bist du schön! Wie der Strauß perfekt in Szene gesetzt wird…

Egal wie klein und schlicht der Brautstrauß auch ist, er hat am großen Tag ebenfalls den Platz im Rampenlicht verdient. Dazu gehört, dass wir ihn richtig in Szene setzen. Es ist daher sinnvoll, für den Strauß einen eigenen Platz zu reservieren, an dem er nach der Trauung warten darf, z.B. während des Essens etc. Hierfür eignet sich ein schöner Stuhl oder eine kleine Anrichte. Der Strauß kann auch am Brautpaartisch oder neben der Hochzeitstorte untergebracht werden. Um den Strauß so lange wie möglich frisch zu halten, sollte er auch am Tag der Hochzeit in regelmässigen Abständen gewässert werden. Ein idealer Job für die Brautjungfern… Schließlich werden noch viele Fotos mit Gästen UND Strauß folgen. Neben all diesen Fotos hat sich der Brautstrauß in jedem Fall seine eigenen Bilder verdient. Close-Ups, Bilder mit den Brautschuhen, Bilder mit den Brautjungfernsträußen sind nur wenige der möglichen Motive für das schönste Bouquet des Lebens ?

Brautstrauß mit gelben und rosa RosenFoto: Priscila Valentina

 

Fest im Griff? Oder die Frage: Wie halte ich den Brautstrauß überhaupt richtig?

Die Frage, über die sich die Bräute im Vorfeld die wenigsten bzw. gar keine Gedanken machen, ist die Frage nach dem richtigen Tragen des Brautstraußes. Wenn der Strauß dann das erste Mal in den Händen gehalten wird, steigt die Nervosität plötzlich auf. Mein erster Tipp an alle Bräute: Gebt Euch ein paar Minuten, um Euch an den Strauß und das Gefühl zu gewöhnen. Und vor allem, hey, schaut ihn Euch an! Der schönste Strauß darf von der Trägerin gerne erstmal in Ruhe bestaunt werden. Für den Einzug in die Kirche tragt Ihr den Strauß in einer Hand, falls Ihr am Arm des Vaters einlauft. Entgegen der alten Tradition, dass die Tochter beim Vater eingehackt ist, finde ich persönlich die Prinzessin Kate Variante viel viel schöner. Vater und Tochter halten sich in Taillienhöhe an den Händen, die andere Hand gehört dem Brautstrauß. Schön finde ich es auch, wenn der Vater seine andere freie Hand, auf die Hand der Tochter legt, aber das nur als kleiner Tipp am Rande…

Den Strauß haltet Ihr bequem mit der freien Hand in der Mitte des Stiels. Der Braustrauß hat die ideale Höhe, wenn er am Bauchnabel abschließt. Dadurch bleiben die Proportionen von Körpergröße und Strauß ausgewogen.

Wenn der Strauß mit beiden Händen umfasst wird, was beispielsweise auf Fotos der Braut sehr schön aussieht, dann ist die richtige Haltung endscheidend. Dazu werden die Ellbogen leicht angewinkelt in Höhe der Hüfte angelehnt. Die Hände tragen vorne den Strauß, der ebenfalls wieder in Höhe des Bauchnabels endet, um den oberen Teil des Kleides frei zu legen. Der Strauß wird stets nach vorne gehalten, damit die Blüten und nicht der Stiel zu erkennen sind. Für Fotos, auf denen der Stiel inszeniert werden soll, empfiehlt es sich, den Strauß auf eine Hand aufzulegen und ihn mit der anderen zu umschließen.

Extratipp, wenn der Strauß mit beiden Händen gehalten wird: Die Finger niemals verkreuzen! Stattdessen, die Hände/Finger leicht (schräg) übereinander legen.

Am sichersten fühlen sich die angehenden Bräute, wenn sie vorher mit einem anderen Strauß in die Trockenübung gehen, was ich auch nur empfehlen kann, um mit dem „echten“ Strauß dann nicht zu verkrampfen.

Viel Freude mit Euren Brautbouquets!

Foto oben: Amy Martin for Holly Heider Chappel Flowers. Big Thanks.

 

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