Anika und Justin

Unsere Hochzeit

Eigentlich sollte der Heiratsantrag während einer Provence-Reise stattfinden, es kam aber erst ein halbes Jahr später dann wirklich dazu. Deshalb hatten wir die verrückte Idee dann wenigstens in der Provence zu heiraten, wenn er hier schon nicht um meine Hand anhalten konnte. Aber dann wurde uns schnell klar, dass der Aufwand und die Organisation alle Leute, die uns wichtig sind nach Südfrankreich einzufliegen, doch etwas zu groß ist. Also haben wir die Provence nach Rheinland-Pfalz geholt und im Burg Schloss Namedy, einem französischen Landschloss anmutend, die perfekte Location dafür gefunden.

Anika und Justin (10) Anika und Justin

Die kirchliche Trauung:

Ganz bewusst haben wir uns – heutzutage schon eher untypisch – für eine klassische Hochzeit in der Kirche entschieden. Die Standesamtliche Hochzeit am Vortag fand auch nur mit den Eltern und Geschwistern statt, so dass es für die anderen Gäste nur diese eine Trauung gab. Auf den ersten Blick etwas ungewöhnlich, fiel die Wahl bei der Kirche auf eine Krankenhauskapelle. Da es sich um ein altes Klostergelände handelt, versteckt sich auf dem Krankenhausgelände in Andernach diese wunderschöne, nicht zu große Barockkirche. Besonders schön war, dass neben dem ortsansässigen katholischen Pfarrer auch der evangelische Pfarrer unserer Heimatgemeinde die 100 km angereist ist und wir einen ökumenischen Gottesdienst feiern konnten. Um einen persönlichen Touch reinzubringen, haben wir versucht unsere engsten Angehörigen, soviel wie möglich in den Gottesdienst, z.B. mit Fürbitten zu integrieren. Unser Patenkind durfte auch die Ringe während der Trauung tragen und es war rührend zu sehen, wie stolz er war. Für die französische Note hatten wir zwei Akkordeonspielerinnen engagiert, die rund um das Ja-Wort zwei bekannte Lieder aus dem Film Die fabelhafte Welt der Amlie spielten. Dazu überraschte uns der Bräutigamsvater mit einem zehnköpfigen, afrikanischen Chor, der während und auch nach der Trauung vor der Kirche sang.
Zur Unterhaltung der Gäste, vor allem in der Zeit, während des Fotoshootings, nach dem Sektempfang, hatten wir ein Boule-Spiel aufgebaut, was wunderbar angenommen wurde.

echte hochzeit (1) echte hochzeit (2) Kirchenstuhl

DIY und Detailverliebtheit:

Von Anfang an war unser Motto: Wer JA sagt, der sagt Fest! und der muss es richtig machen. Wir hatten ein Jahr Zeit für die Vorbereitung und haben uns sehr viel Mühe gegeben. Für die mehrseitige Einladungspapeterie hat eine befreundete Grafikerin extra zwei Hochzeitslogos für uns entwickelt. Von Wedding Wand, kleine Fähnchen, mit denen das Brautpaar von den Gästen beim Auszug vor der Kirche begrüßt wird (amerikanischer Brauch), bis hin zu Haarschmuck für die Brautjungfern, Hochzeitskerze und Programmheft für den Gottesdienst – alles ist in Handarbeit in den Wochen vor der Hochzeit entstanden.

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Das Lavendelthema stand dabei natürlich immer im Vordergrund: Für die Namensschilder haben wir die Namen der Gäste ausgestanzt und an jedes Schildchen einen kleinen Lavendelzweig gebunden. Als Gastgeschenk gab es selber zusammengestelltes Badesalz mit getrocknetem Lavendel. Auch die Kirche haben wir dem Lavendelmotto entsprechend, z. B. mit kleinen Lavendelherzen dekoriert. Und die Hochzeitstorte war ebenfalls mit Lavendelmuster verziert.

Neben dem Lavendel haben wir aber auch an anderen Stellen versucht das französische Thema einzubringen, so z. B. beim Menü. Wenige Wochen vor der Hochzeit sind wir sogar extra in die Champagne gefahren, um Champagner und Macarons einzukaufen. Denn wir wollten es so authentisch wie möglich.

Wunderbar dazu passend habe ich bei Weiss zu Schwarz auch ein Hochzeitskleid gefunden, dass aus feinster französischer Dupionseide und Spitze bestand.

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Kinder:

Kinder waren bei uns herzlich willkommen, alleine schon weil ich drei kleine Nichten und Neffen habe. Wir haben aber den Eltern und uns zwei Betreuer gegönnt. Die eine hat mit den kleinen Kindern gespielt und die andere hat später die Schicht vor den Schlafzimmern übernommen, wo die Kinder dann Schlafen gelegt wurden. So konnten die Eltern feiern ohne mit halbem Ohr immer beim Kind zu sein.

Das besondere Gästebuch:

Da wir beide Vespa-Fans sind und alte Roller sammeln, habe ich mir von meinem Mann eine Hochzeits-Vespa gewünscht. Während ich den ganzen Winter über gebastelt habe, hat er einen Roller für die Hochzeit für mich restauriert und passend in weiß lackiert. Als Highlight ließ er beim Sattler unser Hochzeitslogo auf den Sattel sticken. Am Ende haben wir unsere Gäste auf dem Roller, statt in einem Gästebuch, unterschreiben lassen. So werden wir uns noch lange an diesen traumhaften Tag erinnern können.

Rückblick:

Für uns war es der perfekte Tag, der alle unsere Erwartungen übertroffen hatte. Das Wetter spielte perfekt mit, denn nachdem der ganze April verregnet und kalt war, ging an diesem letzten Samstag die Sonne auf und präsentierte fast hochsommerliche Temperaturen. Trotz unseres durchdachten Ablaufplans schafften es die Familien uns auch noch zu überraschen, zum Beispiel einem musikalischen Ständchen der Geschwister.

Mein persönliches Highlight, war der Moment, als wir aus der Kirche kamen und uns die Gäste mit den Fähnchen, aber auch mit Streublumen und Seifenblasen, im Sonnenschein als frischgebackenes Ehepaar begrüßten. Zunächst spielten die Akkordeonspielerinnen noch Ganz Paris träumt von der Liebe, danach bildete der afrikanische Chor einen Kreis um uns und sang noch eine Zugabe für uns. Obwohl wir inmitten einer Menschenmasse standen, war das dennoch ein sehr intimer Moment zu Zweit.

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Was ich gerne anderen Bräuten mit auf den Weg geben würde:

Der Hochzeitstag geht schnell vorbei, deshalb sollte man die ganze Verlobungszeit und Vorbereitungen schon als Teil der Hochzeit sehen und genießen. Programmpunkte wie Probeessen oder Weinprobe können feierlich mit den Eltern oder romantisch zu Zweit zelebriert werden. Ansonsten ist es wichtig seine eigenen Interessen nicht aus den Augen zu verlieren und sich gegen die guten Ratschläge und Einmischungen der anderen – von denen es rund um eine Hochzeit sehr viele gibt – als Einheit entgegenzustellen. Es gibt keine Regeln für eine Hochzeit, erlaubt ist das, was Braut und Bräutigam glücklich macht.

 
Fotos: Stennie Fotografie
Kleid: Weiss zu Schwarz
Haarschmuck: Jannie Baltzer
Location: Burg Namedy
 
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